Mehr Zeit für gute Pflege
Johanna, Wohnbereichsleitung Günzburg

Johanna ist seit Oktober 2020 Wohnbereichsleitung in der Wohngemeinschaft in Günzburg und ist froh, ihren Weg in die Intensivpflege gefunden zu haben. Hier hat sie nicht nur mehr Zeit für ihre Klient*innen, sondern konnte sich auch neuen Herausforderungen stellen. Seit fast drei Jahren ist sie nun schon ein Teil der FAU frei atmen Ulm GmbH. Bevor sie nach Günzburg kam, war sie als Pflegefachkraft in der Wohngemeinschaft in Thalfingen beschäftigt. Im Interview erzählt sie von ihrem beruflichen Lebensweg und den Vorteilen der Arbeit in der Intensivpflege.

Mehr Zeit für die wichtigen Dinge

Ihren Weg in die Pflege fand die Tierliebhaberin mit 17 Jahren über ein Freiwilliges Soziales Jahr, welches sie in einem Pflegeheim absolvierte. Im Anschluss an das FSJ folgte die Ausbildung zur examinierten Krankenpflegerin. Ganze fünf Jahre arbeitete sie danach auch in einem Pflegeheim, stieß dann aber durch eine Anzeige auf die FAU frei atmen Ulm GmbH. „Die fand ich toll und dann habe ich mich einfach beworben“, berichtet Johanna. Mit den Arbeitsbedingungen in ihrem Pflegeheim war Johanna damals nicht wirklich zufrieden. „Als Fachkraft war ich dort oft für 40-50 Patient*innen alleine zuständig, hatte teilweise nur Unterstützung von Hilfskräften oder sogar komplett ungelernten Kräften.“ Weil der Personalschlüssel in der Intensivpflege so gering ist, wollte sich Johanna also umorientieren, um endlich mehr Zeit für ihre Patient*innen zu haben. Vorbei ist die Zeit mit vielen administrativen Aufgaben, Unterschriften, Arztvisiten und Waschen wie am Fließband. „Ich kann mir jetzt eben auch mal Zeit nehmen, um mich mit den Klient*innen zu unterhalten, ihre Fingernägel zu lackieren oder sie auch einfach mal 2 Stunden zu waschen, wenn jemand das gerade mal braucht.“

Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen


Der Wechsel vom Pflegeheim in eine Wohngemeinschaft für Intensivpflege hat aber auch viel Neues für Johanna bedeutet. Auch fachlich hat sie mit ihrer Einstellung bei der FAU frei atmen Ulm viel dazugelernt. Themen wie Beatmung oder Trachealkanülen kannte sie zwar aus ihrer Ausbildung, in der Praxis hatte sie damit zuvor aber eher weniger zu tun.

„Ich bin vorher nie wirklich in die Situation gekommen, dass ich das Wissen anwenden musste. Das war dann schon eine Herausforderung.“ Nach einer intensiven Einarbeitung in den ersten Wochen durch ihr Team war Johanna dann aber für alle Situationen gut gewappnet. „Außerdem habe ich dann noch die Weiterbildung zur Pflegeexpertin für außerklinische Beatmung gemacht.“ Diese ist für alle neuen Mitarbeiter*innen bei der FAU frei atmen Ulm GmbH bei einer Neueinstellung verpflichtend.

Das Lächeln zeigt, dass man es richtig macht

In ihren drei Jahren im FAU-Team erlebte Johanna schon viele schöne Pflegemomente. „Ein ganz toller Moment war letztes Jahr im Januar, als ich eine Patientin auf ein Andrea Berg Konzert begleitet habe. Das war einer meiner besten Momente in der Pflege überhaupt.“ Johanna selber war zwar kein Andrea Berg-Fan, hatte aber viel Freude an dem Konzert und war froh, ihrer Patientin ein solcher Ereignis ermöglichen zu können. „Die Stimmung und die Emotionen von ihr haben das Konzert einfach einzigartig gemacht.“ In der WG werden (außerhalb der Pandemiezeiten) regelmäßig Events und Partys veranstaltet. Auch Tagesausflügen steht hier nichts im Weg. „Das sind für mich immer tolle Momente – wenn ich morgens zur Arbeit komme und die Leute mich anlächeln.“, so Johanna.

Immer in tierischer Begleitung

Ihre Hündin Leika hat Johanna schon von Anfang an begleitet. Für die FAU frei atmen Ulm GmbH war das auch nie ein Problem. Ihr Vorstellungsgespräch bei uns hatte Johanna, als Leika noch ein Welpe war und betreut werden musste. Sie konnte die kleine Hündin einfach zu Vorstellungsgespräch mit bringen, später kam Leika dann auch mal mit, wenn spontan keine Hundebetreuung für sie gefunden werden konnte. „Dann haben wir gesagt, wir probieren es einfach mal aus und so wurde aus einmal dann dauerhaft. Die Nachfrage von Kolleg*innen und Klient*innen wurde immer größer: „Wann kommt Leika wieder mit?“ Die Hündin erfreut sich in der Wohngemeinschaft einer großen Beliebtheit und ist ein Gewinn für alle. „Und das obwohl sie eigentlich den ganzen Tag nur auf ihrer Decke liegt und schläft.“, erzählt Johanna lachend.